4-Schluchten-Motorradtour

Hier im Hotzenwald, dem südlichsten Ende des Schwarzwaldes haben sich die Flüsse tiefe Schluchten ins Gestein gegraben.

Durch einige dieser Schluchten verlaufen abenteuerliche Straßen. Auf dieser knapp 200 Kilometer langen Schleife lernen Sie diese Schluchten kennen und, soviel kann ich versprechen, auch lieben. „Irgendwo bei Einhundertdreissig hab ich aufgehört zu zählen, dabei fängt die Tour grad erst an. Aber es war sowieso eine Schnapsidee die Kurven zählen zu wollen, die ich auf dieser Runde absolviere - zu sehr muss ich mich auf das schmale Asphaltband konzentrieren. Hossa, die Berg- und Talbahn auf der Kirmes ist echter Kinderkram gegen dieses Kurvengeschlängel...Von da aus ging es zu Wanderungen durch die schattigen Wälder, mit dem Rad über anspruchsvolle Berg-und Talstrecken oder in zwei Gruppen (sportliche Fahrer und Tourenfahrer) mit dem Motorrad den Schauinsland hoch und runter oder durch beschauliche Schluchten bis zum Rheinfall in Schaffhausen.

Doch von vorne: Wehratal, Albtal, Schlüchttal, Steinatal so lauten in harmloser Kurzfassung die zentralen Stationen dieser Tour, aber diese Täler haben es echt in sich!

Hinter Todtmoos beginnt das Wehratal zunächst harmlos. Doch wenige Kurven später türmen sich neben der Straße gewaltige Felswände auf. Und zu meiner völligen Überraschung, findet die Straße tatsächlich einen Weg durch diese enge Schlucht. „Überraschung“ ist in diesen Zusammenhang ein gutes Stichwort: Nicht nur dass die Felswände ab und an Brocken auf die Fahrbahn werfen, auch verträumte Touristen oder dreckschleudernde Traktoren tauchen hinter den Felswänden zumeist sehr überraschend auf.

In Wehr könnte ich direkt auf die Bundesstraße nach Bad Säckingen, ich fahre jedoch einen kleinen kurvenreichen Schlenker über Rickenbach. Als wenn nicht noch genug Kurven auf mich warten würden...

Ab Bad Säckingen geht es über die teilweise 4-spurig ausgebaute Bundesstraße bis Albbruck. Dort verheißt ein braunes Schild mit der Aufschrift „Albtal“ Vorfreude auf landschaftlichen Hochgenuss. Die übergroßen Warntafeln mit Höhen- und Breitenbegrenzung bremsen die Vorfreude jedoch wieder ein wenig und machen etwas Angst vor dem, was nun kommt: Eine Reihe von Naturtunneln ist in den senkrechten Fels gehauen. Die Straßenbegrenzungen aus lauter kleinen Hinkelsteinen (Obelix hätte seine Freude) wirken wie gefletschte Zähne, die nach mir schnappen wollen - und dahinter ist nur zu erahnen, wie tief die Schlucht hinunter geht. Dafür habe ich jedoch kaum ein Auge, die Straße ist so schmal, dass ich teilweise Angst habe, mein Motorrad könnte da nicht durchpassen. Jedenfalls bete ich, dass mir niemand entgegenkommen möge.

Bald wird die Straße jedoch wieder breiter und bietet Kurvengenuss pur. Über St. Blasien und Häusern geht es weiter zum Schluchsee. Der Parkplatz an der Staumauer ist ein beliebter Motorradtreffpunkt. Ich fahre aber vorbei, denn die Kurverei macht hungrig. Deswegen mache ich einen kurzen Halt an der Rothaus Brauerei. Ein frisches Rothaus Pils im gekühlten Steinkrug verkneife ich mir allerdings, schließlich ist gerade mal die Hälfte der Tour geschafft.